Autor: themultiplechoice

TID #3 – Von schwimmenden Einhörnern

Als gebürtiges Kamellekind lebt es sich so: Du kommst zur Welt, wirst bei der Taufe mit allen Kölnisch Wassern gewaschen und spätestens im Kindergarten das erste Mal in ein Kostüm gesteckt. Dann kommst du in die Grundschule, gehst in die Kölsch-AG, bekommst das kölsche Grundgesetz eingebläut und träumst beim alljährlichen Karnevalsumzug davon, einmal Funkenmariechen zu sein. Später geht der Wahnsinn weiter und wenn dir in der Bahn einer mit Clownsnase gegenübersitzt, fragst du dich allenfalls, wo er sein Lappenkostüm gelassen hat. Man möchte also meinen, der Kölner ist so einiges gewöhnt und die Messlatte des Verrückten reichlich hoch angesetzt. Wie so oft dieser Tage, wurde ich eines Besseren belehrt. Advertisements

TID #2 – Tintenkleckser-Schmankerl

Nachdem ich mich in den letzten beiden Beiträgen über dieses und jenes ausgelassen habe, ist es an der Zeit für ein bisschen Honigschmiererei. Denn auch wenn die äußeren Umstände nicht immer günstig sind: Journalismus bedeutet für mich in erster Linie Spaß. Und während man sich als Teenager vielleicht noch vom gedruckten Wort beeindrucken lässt, rücken die eigentlichen Freuden des Journalistenalltags bald ans Licht.

The Intern Diaries #1 – Tacheles!

Leise säuselnd ertönt der Soundtrack von Akte X im Schlafzimmer und reißt mich aus etwas, das nichtmal in Japan als Power Nap durchgehen kann. Fünf Stunden Schlaf gegen achtzehn Stunden auf den Beinen und ich, Siebenschläfer Nr.1, am Rande des Nervenzusammenbruchs. Ganz so schlimm ist es natürlich nicht – aber wenn ich jammere, dann auf hohem Niveau! Das schulde ich der Adresse für die ich arbeite. Höchste Zeit also für ein tränenreiches Resumée, nein, besser noch: ein Tagebuch! Total anonym versteht sich.

Update: The Golden City

… & other adventures. Doch immer mit der Ruhe. Was ist der erste Gedanke, den man mit einer Stadt wie Prag verbindet? Klar: die Goldene Stadt, Stadt der tausend Brücken, Postkommunismus, bla bla bla. Alles in allem eine ziemlich labbrige Basis, um sich in ein ERASMUS-Semester zu stürzen. Doch genau das habe ich getan! Unvorbereitet (open minded) und mit null Tschechisch-Kenntnissen im Gepäck, hat sich bald herausgestellt, dass planlos manchmal der beste Plan überhaupt ist. Jetzt, fast am Ende angelangt, will ich die Gelegenheit nutzen, um einen kleinen Einblick in die letzten paar Monate zu geben. Besonders für all jene, die selbst mit dem Gedanken spielen ein Semester in Prahaaa zu verbringen (Tschechisch-Lesson Nr. 1). Daher hier ein kleines Update zu meinen Erfahrungen, diesmal dem Anlass entsprechend etwas abgewandelt. Der 1. Eindruck: Ein grauer Vormittag Mitte Februar. Mit der Carl-Maria-von-Weber Bahn, lasse ich mich durch die winterliche Landschaft Tschechiens kutschieren. Das Ziel: Prag. Die Aussichten: eher grau als golden. Vorbei an Feldern, Wäldern und Fabriken, auf denen noch immer Hammer und Sichel prangen. Das erste Klischee …